Es ist Zeit auf die Uhr zu sehen! Ich hatte versprochen um spätestens halb 6 im Haus meiner Freundin zu sein.
Nachdem ich den mächtigen, mächtig kleinen Mercedes-Elch aufgedreht hatte, fuhr ich durch kleine Dörfer
wieder zurück zur Autobahn — und entdeckte am Straßenrand in einem kleinen Dorf Taglilien. Wunderschön,
wunderschön. ich hielt an um ein oder zwei Dias aufzunehmen und mit den Eigentümern zu sprechen,
aber die waren nicht zuhause und die Nachbarn wussten nicht Bescheid über diese goldenen Schätze.
Die Fahrt von Gudruns Dorf Eyershausen ist einfach erlesen köstlich. Die sich windenden Strassen führten
mich durch etliche kleine, typisch südniedersächsische Bauerndörfer und einen größeren Ort, Bad Gandersheim.
Wenn man auf diesen engen Strassen fährt, kann man beinahe die Läden, Häuser, und Scheunen auf beiden Seiten
der Strasse berühren. Die Strassen führten direkt über den Marktplatz, dann wieder durch hügeliges Bauernland.
Jeder Amerikaner, der Deutschlands Märchenland der Gebrüder Grimm sehen möchte, muss Hessen, die Gegend
nördlich von Frankfurt, besuchen.
Während ich auf der Autobahn südlich fuhr und schweren Verkehr um die ziemlich große Stadt Kassel erwartete,
nutzte ich das Fahren "ohne obere Geschwindigkeit" wieder aus und erreichte mein kleines Heimatdorf, wenig östlich von Kassel,
innerhalb von 1 Stunde und 15 Minuten.
Ein Horst der tetraploiden Taglilie ATLANTA MOONLIGHT (Petree 1982) begrüßte mich an Wilma und Augusts Gartentor.
Obwohl es eine Sorte mit mittlerer Blütezeit ist, sollte sich die erste Blüte in nur ein paar Tagen öffnen.
Taglilien schienen extra früh in diesem Jahr hier zu blühen - Deutschlands heißester Sommer seit 1947.
In diesem Moment wünschte ich mir, dass ich lange genug hier bleiben könnte um sie blühen zu sehen,
hier wo ich meine Kindheitsjahre verbracht hatte und wo Gänse und Enten neben uns Kindern her auf den Dorfstrassen
gelaufen waren.

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Basaltstücke, die während der Kohlenbergwerkzeiten
gefunden wurden, sind hier strategisch in Dora Peters
Schattengarten aufgestellt worden.
Foto: Barbara Poschmann
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Hans Mades erklärt etwas Wichtiges für Gisela
und die Redakteurin der "Gelben Seiten" der
GdS-Zeitschrift, Barbara Poschmann.
Foto: Barbara Poschmann.
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Wilma und August warteten mit einem kalten, kalten Bier auf mich und zeigten mir die neusten Anschaffungen für ihren Garten.
Am beeindruckendsten waren halbmondförmige Pflanzsteine, die aus Zement-Kieselgemisch gemacht waren und die sie benutzt hatten,
um eine Erde haltende Gartenwand zu bauen. Die hohlen Steine sind aufgeschichtet und dann mit Erde gefüllt und mit
perennierenden oder Sommerblühenden Pflanzen bepflanzt worden. Janice Clark, Mitglied der Tagliliengesellschaft von
Metropolitan Columbus, und ich entdeckten diese selben Steine auch während einer zweiten Europareise in diesem Sommer.
Wilma zieht Orchideen auf der kühlen Marmorfensterbank an der Ostseite ihres Hauses. Die Orchideenwurzeln wachsen unten
aus den Blumentöpfen heraus und verbreiten sich auf der kühlen Fensterbank, wo sie drüberhängen wie die
Fransen von Spitzengardinen, welche die oberen Fensterscheiben schützen. Ich wünschte, ich könnte das hier in
Ohio trotz unserer Gasheizung machen. Das Heizungssystem dort verwendet Wasserheizkörper.
Natürlich wollten Wilma und August wissen, warum ich einen Garten ein bisschen weiter die Landstrasse hinunter besuchen wollte.
Wem gehörte der Garten denn? Dora Peter? Viel Gelächter rundum. Kannst Du dich nicht mehr an Dora Peter erinnern?
Nein, das konnte ich nicht (Peter ist ihr verheirateter Nachname). Liebe Güte, Dora ist in dieselbe Schule mit uns allen
gegangen und war auch in unserem kleinen Dorf geboren und aufgewachsen.
Nein, es ist kein Jux, es ist wirklich eine ganz kleine, kleine, wirklich kleine Welt.
Donnerstag, den 12. Juni: Dora Peters "Hänsel und Gretel" Garten in Oberkaufungen
Frühes Mittagessen wartete auf mich bei Wilmas Schwester Leni und ihrem Mann Ludwig Peter. Ich spazierte runter auf der
Strasse, die früher so viel steiler war (Kindheitserinnerungen), an dem Schulgebäude vorbei, wo mein Vater gelehrt
hatte und in dem wir alle Schüler gewesen waren, ging um die Ecke herum auf Lenis Haus zu, welches auf der Seite des
Hirschberges steht, (hier in Ohio würden wir so einen mitteldeutschen Berg "Großgebirge" nennen). Dann hielt ich am Haus
einer weiteren Kindheitsfreundin an. Irmtrauts Garten steht voller Stachelbeer- und roter und schwarzer Johannisbeerbüsche
und wir erinnerten uns an die guten alten Tage, als das Obstpflücken die Arbeit der Kinder war. Wilma und Ludwigs Garten
stellte die schönsten und kräftigsten Begonien vor, auch in diesem, dem heißesten Sommer. Beinahe jedes Haus in
Wickenrode hat, und hatte immer, einen Garten. Die meisten wurden immer benutzt, um Gemüse und Obst und dazwischen
Blumen zu ziehen.
Nach dem Mittagessen spazierte ich zurück zu einem Haus mit mehreren Wohnungen, direkt gegenüber der Schule,
in welchem damals fünf weitere meiner Kindheitsfreudinnen wohnten und wo vier von ihnen heute noch die Mehrzahl der
Monate im Jahr dort leben. Oh, Erinnerungen und noch mehr Erinnerungen. Ich weiß, dass meine Liebe zur Gartenarbeit hier anfing.
Kleine Gänseblümchen wachsen immer noch hier in ihren Gärten, genauso wie sie es in den 1940er Jahren taten.
Wilde Blümchen überall in den kleinen Rasenflächen; keine unkrautfreien "Kentucky Blaurasen" hier. Kleine,
kleine Margariten und die kleinsten Butterblumen, ein sicheres Zeichen, dass die Erdschicht dünn und mager ist, typisch
für die hügelige Gegend und dafür, dass Dünger nicht übermäßig benützt wird.
Am frühen Nachmittag fuhr ich, diesmal langsam, langsam, die 3 km von dieser höheren Lage die zweispurige
Landstrasse hinunter dem Kasseler Talkessel zu und in das kleine Dorf namens Oberkaufungen, an beiden Seiten von
höheren Bergen begleitet. Wie oft waren wir Kinder in den Jahren des 2. Weltkriegs auf diesen Strassen gelaufen,
als keine Omnibusse fuhren und nur unser Dorfmetzger ein Auto besaß!

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Gisela Meckstroth, AHS Interntional Membership Chair,
Hans Mades, Mitglied der Gesellschaft der Staudenfreunde,
und Kriemhild Schneider, die Mutter von Barbara Poschmann,
der Redakteurin der "Gelben Seiten" der GdS.
Foto: Barbara Poschmann.
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GdS "Gelbe Seiten" Redakteurin Barbara Poschmann, ihr Nachbar
und neues GdS Mitglied Hans Mades, Hänsel und Gretel
Garteneigentümerin Dora Peter, und Barbara's Mutter Kriemhild
Schneider erlaben sich an Doras erfrischenden Getränken und
gutschmeckenden Amerikanern.
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Ich manövrierte durch die enge Dorfstrasse, dann rechts den Berg hinauf, scharf links reingedreht auf einen einspurigen
Fahrweg, der mit einem Parkplatz für zwei Autos endete. Ein modernes Haus — eingezäunt mit einem Zaun, den die
Deutschen als Jägerzaun kennen (zusammengenagelt aus kleinen 3-7cm dicken, sich schräg überkreuzenden
Baumstangen) — wartete auf der dicht beholzten Bergseite. Der Hänsel und Gretel Märchengarten. Kein Zweifel daran!
Dora kam zur Gartentür und lud mich ein. Zu Ehren des Besuches aus dem so weit entfernten Ohio hatte sie einen Teller
voll spezieller, aber sehr bekannter deutscher Küchlein mit Zuckerguss gebacken und die heißen Amerikaner.
Oh du liebe Güte, wieder so viele Erinnerungen an die Kinderjahre!
Bald kam Barbara Poschmann an und brachte ihre Mutter Kriemhild Schneider und ihren Nachbarn Hans Mades mit. Wir wanderten
durch den großen Stein- und Schattengarten und bewunderten die vielen Pflanzen, die Naturfelsformation, die große Sammlung
verschiedener Felsbrocken, die so strategisch in diesem Schattengarten platziert waren. Doras Ehemann war Leiter des
örtlichen Kohlenbergwerks gewesen und ihr Heim steht hoch auf dem Berg über diesem Kohlenbergwerk. Alle
besonderen Felsbrocken wurden in diesen Garten gebracht und so hingestellt, dass sie sofort die Blicke der Gartenbesucher
auf ihre architektonische Schönheit ziehen würden. Leider, obwohl ein Horst der STELLA DE ORO (Jablonski 1975)
schon abgeblüht war, hatten die anderen Taglilien noch nicht angefangen zu blühen.

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Die Poschmann Katze schläft neben dem kleinen Bach, der
seinen Flussweg durch den großen, großen Garten zieht.
Foto: Barbara Poschmann.
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Dora servierte kühlende Getränke und ich hatte ein Fotoalbum "Erinnerungen 1934-1946" aus den Jahren, die ich in
Wickenrode verbracht hatte, mitgebracht. Nun konnte Dora auch mich erkennen als eine der kleinen Wickenröder
Spielgefährtinnen.
Es ist eine kleine, kleine, kleine, ganz kleine Welt. Liebe Güte, so kann es gehen, wenn man einen fremden Besucher
aus einem so weit entfernten fremden Land erwartet!
Es ist Zeit zur Abfahrt, viel zu früh natürlich. Ich folgte Barbara in ihrem Auto, die — aus Rücksicht auf
meinen amerikanischen Langsam-Fahrstil — mit nur etwa 94 km pro Stunde zu ihrem großen, wunderschönen Haus mit
Gartenmauer im westlichen Vorort von Kassel fuhr.
Sie und ihr Ehegatte sind erst in diesem Frühjahr in dies Haus eingezogen, aber keiner würde das je geahnt haben.
Dies war ein reifer, wunderschön angelegter Garten von Gutgröße mit allen möglichen hohen Bäumen,
Rhododendren, Stauden, Kletterrosen, Buschrosen, Taglilien, Gräsern und allen möglichen Sorten von perennierenden
Pflanzen. Eine Menge Behälter standen an den Gartenpfaden entlang und auf den Terrassenflächen, und Barbara
erklärte, dass sie dieses Jahr alle Reiseangebote abgelehnt hätte, damit sie sich ihren kleinen Pflanzen,
entstanden aus Samen vom GdS-HE Samentausch, widmen könnte. Darunter waren auch Tagliliensämlinge. Einige kamen
sicher aus der Internationalen Samenbank der AHS und die Samen waren dem Samenaustauschprogramm von den E-Mail Robins der
AHS gespendet worden.
Wieder bemerkte ich viele Gartenkunst-Gegenstände, die so verschieden waren von denen hier drüben.
Sehr interessant waren große runde und niedrige Gartenlampen, die ich auch noch nie gesehen hatte, und so dekorative
Pflanzenpfähle, die aber auch hier in unserem Mittelwesten nicht zu bekommen sind. Die Sonne fing an unterzugehen
und es war schon wieder höchste Zeit fort zu eilen, um meinen Bruder eine Stunde Fahrzeit westlich zu treffen,
damit wir am nächsten Tag etwas Genealogie betreiben konnten, um noch Jugendfreunde zu treffen und mein Klassentreffen
zu besuchen.

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Interessante Pflanzen wachsen neben dem
kleinen Bach in Poschmanns Garten.
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Poschmanns Garten im
schönen Kassler Villenviertel Wilhelmshöhe.
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Bildschöne Details im Poschmann Garten, von
interessanten Baumstämmen und Baumrinden bis zu den
mehreren gepflasterten Pfäden.
Foto: Barbara Poschmann.
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Gisela Meckstroth, Kriemhild Schneider, Hans Mades.
Foto: Barbara Poschmann.
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Freitag, der 13. Juni: Frankenau, Herzlhausen, Vöhl und Haine an der Eder
Mein Bruder Karl-Heinz, der pensionierter Professor in Fulda ist, und ich trafen uns Donnerstagabend in dem Gasthof
"Der Hessische Hof" in Frankenau in der Nähe von Frankenberg, Eder. Freitag fuhren wir in Nachbardörfer,
wo Nachfahren von unserem Großvater noch in dem alten ururgroßväterlichen Haus in Vöhl am Edersee leben
(Gibt’s noch Leser die sich an den britischen Film über die Bombardierung der Edertalsperre mit den speziell
gebauten "explosiven Steinen" aus den Kriegsjahren erinnern?). Freitag spätnachmittags besuchten wir noch die
Jugendfreunde Herta und Willi Gasse und Hertas Mutter in Haine und abends speisten wir zusammen mit einem Klassenkameraden
aus Göttingen, der mich vor dem Klassentreffen dort mit meinem Bruder zusammen besuchte.
Samstag, den 14. Juni: Frankenberg, Rosenthal, Gemünden
Mein Klassentreffen wurde in einem weiteren kleinen Dorf zwischen Frankfurt und Kassel abgehalten. Nach einem
frühmorgendlichen Treffen in der alten Schule, traf ich zum ersten Mal seit 1953 eine Klassenkameradin, deren
Vater bis zu seinem Tod vor zwei Jahren Taglilienzüchter gewesen war. Schade, schade, ich habe es verpasst ihn
kennen zu lernen! Aber der Mann dieser Klassenkameradin führt die Taglilienarbeit seines Schwiegervaters weiter.
In meinem Gehirn tönte es: "Klick, klick, klick...Ein Tagliliengarten in Sinzig — schon ein ganz guter Grund um
einen nächsten Deutschlandbesuch zu planen".
Nach einem wunderbaren Tag voller Erinnerungen an unsere Tage in der Edertalschule, fuhr ich in das benachbarte,
ungefähr 1-1/2 km südlich gelegene Dorf Gemünden an der Wohra, wo mein Vater geboren und aufgewachsen war.
Dort übernachtete ich in einem bildschönen Gasthaus. Blumen waren überall in Behältern und Blumenkästen.
Was für ein schöner Lebensort. Dreißig Euro für eine Nacht mit vollem Frühstücksbuffet.
Kleine deutsche Gasthäuser bieten wunderbare Übernachtungen an.

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Barbara Poschmanns Kassel-Wilhelmshöhe Garten.
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Barbara zieht Pflanzen von Samen, den sie
durch den GdS Samenaustausch erhalten hatte.
Sie lehnte alle Angebote für Reisen ab, damit
sie sich diesen Sommer ihren kleinen Sämlingen
widmen konnte.
Foto: Barbara Poschmann.
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Sonntag, der 15. Juni: Dreicheich und Frankfurt
Wieder auf der Autobahn mit hoher Geschwindigkeit auf Frankfurt zu, um zur rechten Zeit bei Kindheitsfreundin Gretel in
ihrem Winterheim anzukommen. Sie ist eine der fünf Schwestern aus Wickenrode. Gleich zeigte sie mir die Taglilie
ATLANTA FULL HOUSE (Petree 1984), die ich ihr und ihrer Schwester Hannelore vor einigen Jahren geschickt hatte und die
sie geteilt hat und die so schön an verschiedenen Plätzen in ihrem Garten wächst. Sie war voller Knospen
und gerade eben so vor der Blütezeit.
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Mein Bruder und
ich besuchten alte
Freunde, Herta und
Willi Gasse in
Haine an der Eder.
Herta zeigte mir
ganz stolz noch
eine der Atlanta
Taglilienserie, die
ich in den 1980er
Jahren geschickt
hatte. Die Pflanze
hatte alle Stängel
mit Knospen beladen.
Diese Atlanta
Serie öffnet sich
gut in dem typisch
kühlen Klima
Mitteldeutschlands.
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Klassenkameraden und Kameradinnen versammelten sich vor
dem alten Schulhaus in Rosenthal, Hessen (nordwestlich von
Marburg an der Lahn).
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Während meines Besuches am 17. September, 2002, hatte ein Stängel geblüht. Als ich ihr sagte, dass ich
ganz erstaunt über die ungewöhnlich späte Blüte sei, sagte sie ganz stolz, dass sie die Taglilie
jeden Tag von Ende Juli an gewässert hätte, damit sie auch während meines erwarteten Besuches blühen
würden. Da habt Ihr’s! Wenn man fest glaubt, dass etwas geschehen wird, ist es vielleicht schon mehr als die
Hälfte geschehen, nicht wahr?
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ATLANTA FULL HOUSE (Petree 1984) in Gretel
and Hannelore Schillings Dreieich Winter Heim. Die
Stängel sind Mitte Juni schon mit Knospen beladen.
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ATLANTA FULL HOUSE (Petree 1984) blühte in dem
Frankfurt-Dreieich Vorort am 17. September 2002, als ich
meine zwei ältesten Enkelsöhne brachte, um sie meinen
Kindheitsfreundinnen Gretel und Hannelore Schilling
vorzustellen. Als ich fragte, wie es käme, dass diese Taglilie so
ungewöhnlich spät blühe, erzählte Gretel mir, dass sie sie jeden
Tag seit der ersten Blüte im Juli bis zum Besuch gewässert
hätte. Sie wollte sicher sein, dass "meine" Taglilie blühen
würde, wenn ich zu Besuch käme. Stellt Euch das vor, hier ist
das Resultat.
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Auf um meinen Neffen und seine Familie im nördlichen Vorort Frankfurts zu besuchen. Lange Erzählungen,
Übernachtung, und am nächsten Morgen Fahrt zur Mietwagenrückgabe am Flughafen mit, sage und schreibe,
dem letzten Tropfen Dieselöl. (Amerikanische Leser, stellt Euch vor: Eine volle Woche Fahrerei bei hohen
Geschwindigkeiten mit einem einzigen Tank Diesel! Unglaublich.) Dann Abflug Richtung Washington/DC, wo ich freiwillig
meinen Sitzplatz auf dem 26-sitzigen Verbindungsflugzeug nach Columbus, Ohio, im Tausch für einen Freiflugschein aufgab.
Ich kann immer einen Freiflug für AHS Ausschusssitzungen oder das nationale Treffen, oder für das Sommertreffen
der Region 2 in Wisconsin nächstes Jahr brauchen. Beim Warten auf den nächsten Flug nach Columbus, etwa 3 Stunden
später, ließ ich die gedanklichen Aufzeichnungen meiner kostbaren Reiseerlebnisse ablaufen.
Eine gemeinsame Liebe zu Taglilien lässt uns Freundschaftsbrücken bauen, die nationale
Grenzen und Ozeane überspannen.
Gisela Meckstroth, Juni 2003
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